Sonnenallergie – was ist das?
Die ersten Sonnenstrahlen im Frühling genießen wir ganz besonders – schließlich mussten wir lange genug auf sie warten. Doch bei vielen Menschen löst UV-Strahlung nach der dunklen Jahreszeit einen unangenehmen Hautausschlag aus.
Juckender Hautausschlag durch Sonnenallergie
Wenn die Haut nach den ersten Sonnenbädern im Jahr mit Juckreiz und Bläschen reagiert, steht für viele schnell fest: Das muss eine Sonnenallergie sein. Tatsächlich gibt es die Bezeichnungen „Sonnenallergie“ oder „Lichtallergie“ in der Medizin aber gar nicht – denn in den seltensten Fällen steckt eine klassische Allergie hinter den Hauterscheinungen.
Was viele nicht wissen: Es gibt verschiedene Hauterkrankungen, die durch die Einwirkung von Sonnenlicht hervorgerufen werden. Die häufigste Form der „Sonnenallergien“ ist die sogenannte Polymorphe Lichtdermatose. Warum bei Betroffenen die sonnenentwöhnte Haut so empfindlich auf UV-Licht reagiert, ist bis heute noch nicht vollständig erforscht. Bei anderen Sonnenallergie-Formen führt UV-Licht in Kombination mit bestimmten Substanzen – zum Beispiel Antibiotika, Johanniskraut oder Inhaltsstoffen aus Sonnencremes (Mallorca-Akne) – zu unangenehmen Hautreaktionen.
Gut zu wissen: Während Sonnenallergien vorwiegend durch UV-A-Strahlung hervorgerufen werden, ist bei Sonnenbränden UV-B-Licht der Auslöser.
Die häufigste „Sonnenallergie“: Polymorphe Lichtdermatose
Reagiert Ihre Haut im Frühling oder in den ersten Tagen des Strandurlaubs mit Juckreiz, Pusteln oder Bläschen auf die Sonne? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass eine „Polymorphe Lichtdermatose“ (polymorph = vielgestaltig; Dermatose = Hauterkrankung) vorliegt. Dabei handelt es sich um die häufigste, durch Sonneneinwirkung hervorgerufene Hauterkrankung – in Mitteleuropa sind bis zu 20 Prozent der Bevölkerung betroffen, am häufigsten Frauen. Wie der lateinische Name schon andeutet („polymorph“), kann sich diese Form der Sonnenallergie von Mensch zu Mensch durch unterschiedliche Hautreaktionen äußern. Bei ein und demselben Betroffenen treten in der Regel immer wieder die gleichen Symptome auf.
Polymorphe Lichtdermatose: Die wichtigsten Fakten
- Tritt v. a. im Frühsommer (März bis Juni) auf
- Bei Touristen auch außerhalb der „Saison“
- Frauen sind häufiger betroffen (9:1)
- Wird v. a. durch UV-A-Strahlung ausgelöst
- Die Hauterscheinungen entwickeln sich Stunden oder Tage nach Sonneneinwirkung
- Typisch ist ein starker Juckreiz
- Zusätzlich treten Rötungen und Pusteln, Knötchen oder Quaddeln auf
- Häufig betroffen: Dekolleté, Gesicht, Handrücken, Arme und Oberschenkel
- Meist setzt während des Sommers ein Gewöhnungseffekt ein
Die genauen Ursachen der Polymorphen Lichtdermatose sind bis heute wissenschaftlich nicht vollständig erforscht. Man geht jedoch davon aus, dass keine Allergie im eigentlichen Sinne zugrunde liegt, sondern durch Einwirken von UV-A-Strahlen das Immunsystem aktiviert und so eine Entzündungsreaktion in der Haut ausgelöst wird.
Wenn Sie erste Anzeichen einer Sonnenallergie bemerken, ist es zunächst einmal wichtig, möglichst rasch aus der Sonne zu gehen. Kühlende Umschläge und Medikamente können gegen die unangenehmen Beschwerden helfen. Mehr zum Thema Sonnenallergie behandeln
Sonnenallergie: Formen im Überblick
Hinter dem Begriff „Sonnenallergie“ können sich verschiedene Erkrankungen verbergen. Gemeinsam haben sie, dass die Einwirkung von Sonnenlicht auf die Haut dazu führt, dass sich ein Hautausschlag entwickelt. Bei manchen „Sonnenallergien“ spielen zusätzliche Auslöser wie etwa fetthaltige Sonnencremes, Duftstoffe in Kosmetika oder bestimmte Arzneimittel eine Rolle.
Ursache | Beispiele | |
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Idiopathische Lichtdermatosen | Ohne erkennbare Ursache (=idiopathisch) |
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Phototoxische Hauterkrankungen | Bestimmte Substanzen in Sonnencremes, Kosmetika, Pflanzen oder Medikamenten wirken in Kombination mit Sonnenlicht „giftig“ und lösen die Hautreaktionen aus. |
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Photoallergische Hauterkrankungen | Arzneistoffe oder Sonnencremes bzw. Duftstoffe aus Kosmetika lösen eine allergische Reaktion aus, wenn sie mit UV-Licht zusammentreffen. | Hautausschlag nach Einnahme bestimmter Antibiotika (Sulfonamide) oder Anwendung von Duftstoffen in Kombination mit Sonneneinwirkung. |
Gut zu wissen: Phototoxische Reaktionen der Haut sind weit häufiger als photoallergische.